Spinalonga

Die frühere Lepra-Insel Spinalonga

Spinalonga ist eine kleine Insel im Nordosten von Kreta, sie misst gerade einmal 200 x 400 Meter. Eigentlich heißt die Insel Kalidóna, doch den italienischen Namen hat sie aus der Zeit der Venezianer, weil sie von oben aussieht wie ein langer Dorn.

Das kleine Eiland liegt rund 15 Kilometer von der Hafenstadt Agios Nikolaos entfernt und fünf Kilometer von Elounda. Die meisten Ausflugsschiffe steuern die Insel von Agios Nikolaos aus an, aber auch von Elounda oder Plaka kann man über setzen.

Spinalonga kann auf eine lange Geschichte zurück blicken, sie beginnt, als die Venezianer im 15. Jahrhundert hier landeten und eine riesige Festung erbauten. Im Jahr 1669 fiel Kreta in die Hand der Türken, doch die Venezianer konnten die Insel rund 50 Jahre verteidigen.

Bis zum Jahr 1900 waren die Türken dann von Kreta verschwunden, in der Festung hatten sich türkische Siedler niedergelassen. Erst danach beginnt der spannendste Teil der Geschichte rund um die Insel Spinalonga.

Zwischen 1900 und 1950 war die Lepra eine unheilbare und extrem ansteckende Krankheit. In Griechenland entschied man, die Erkrankten auf der Insel Spinalonga unterzubringen, sie wurde somit zur Leprakolonie.

Zeitweise waren bis zu 1.000 Menschen auf der Insel, da man die Krankheit nicht heilen konnte, war man zu einem lebenslänglichen Aufenthalt verdammt. Erst Anfang der 50er Jahre gab es wirksame Medikamente, so dass man die Kolonie im Jahr 1961 auflösen konnte.

Die Insel Spinalonga heute

Heute besuchen mehrere hundert Touristen Spinalonga jeden Tag. Viele der Gebäude sind zumindest teilweise erhalten, darunter auch Kirchen und das Krankenhaus, manche davon wurden restauriert. Die Boote legen im Süden der Insel an, dann begibt man sich auf einen 1.500 Meter langen Rundweg.

In einer Fotoausstellung kann man sich über die Geschichte von Spinalonga informieren, die Reiseleiter versorgen Besucher zudem mit vielen interessanten Begebenheiten und Geschichten.

Man sieht noch das alte Wassersystem der Insel und den Friedhof, auf dem das Leben vieler Leprakranker ein Ende fand. Zu sehen ist auch der Desinfektionsraum, in dem die Angehörigen der Erkrankten mit Säure behandelt wurden, bevor sie wieder ans Festland zurückkehrten.

Ein Aufstieg zur großen Festung lohnt sich auf jeden Fall, denn von oben kann man auch eine tolle Aussicht über die Umgebung und auf die Ortschaften Elounda und Plaka genießen.

Die Anfahrt nach Spinalonga

Von Agios Nikoalaos aus fahren jeden Tag rund 10 Schiffe die Insel in der Mirabello-Bucht an. Man kann selbst wählen, ob man an Bord ein Mittagessen einnehmen möchte, und ob man eine Führung auf Spinalonga wünscht oder sie lieber auf eigene Faust entdeckt. Je nachdem variieren auch die Preise sehr stark.

Für etwa 25 Euro gelangt man mit Führung auf die Insel, und es ist wirklich empfehlenswert, sich von einem Einheimischen alles erklären zu lassen. Manche Schiffe machen auch einen Zwischenhalt in einer schönen, kleinen Bucht, in der man dann baden kann.

Von Elounda aus starten in der Hochsaison meistens zwei Boote in der Stunde, die Kosten belaufen sich auf ca. 10 Euro, allerdings ohne Führung. Die Fahrt dauert eine halbe Stunde, und man kann so lange bleiben wie man möchte, da ja ständig Boote wieder zurück fahren.

Vom kleinen Dorf Plaka aus gibt es keine Schiffe, die zur Insel fahren, hier fährt man einfach mit einheimischen Fischern. In rund 15 Minuten ist man dort, und das für wenige Euro. Die Überfahrt von hier ist allerdings nur zu empfehlen, wenn man mit dem Auto unterwegs ist.

Bild mit freundlicher Genehmigung von GIORGOS