Herbst ist Zeit der Kurzurlaube – Ostsee und Südtirol im Trend
Wohin im Herbst? Für Reisende, die lediglich den Sommer verlängern wollen, ist der Trend klar: Ab in den Flieger und… Ja, wohin? Nun, an Europas Südgrenzen locken beispielsweise die kanarischen Inseln noch bis in den Spätherbst hinein mit angenehmen Luft- (um 24 °C) und bisweilen noch angenehmeren Wassertemperaturen, wobei die Niederschlagshäufigkeit im Vergleich zum Sommer doch deutlich steigt. Zuverlässiger ist das Klima auf dem nordafrikanischen Kontinent. Dauerbrenner Ägypten bietet in Hurghada noch im November Tagestemperaturen von 30 °C und mehr, dazu durchschnittlich nur 0,1 Niederschlagstage – das ist praktisch “unter der Nachweisgrenze”.
Wer mehr als den dort nahezu standardisierten Komfort will, kann bei noch akzeptablen Flugzeiten auch eines der nahe liegenden, aber kontinental schon zu Asien zählenden aufstrebenden Scheichtümer am Persischen Golf ansteuern. In Katar, Kuwait oder Bahrain genießt man in feiner Bademode und mit hohem Luxusfaktor heiße Sonne und warmes Meer.
Doch: Sonne und Strand sind im Herbst bekanntlich nicht Jedermanns Sache, weil der gediegenere Mitteleuropäer gerne auch diese Jahreszeit in vollen Zügen genießen möchte – mit ihren Farbwechseln in der Natur, dem rauen Wetter und den umso heimeligeren Abenden am Kamin, bei einem Grog oder einem heißen Tee.
Wo das geht? Zum Beispiel an der Ostsee. Eine Dünenwanderung bei einer “steifen Brise” am Vormittag, Sightseeing in den größeren Küstenstädten wie Rostock am Nachmittag und abends das gemütliche Fischmahl samt Fischergarn des einheimischen Wirts – das liegt bei den Deutschen voll im Trend. Ebenso allerdings lockt der Süden, insbesondere die Alpen südlich ihres Hauptkammes. In Südtirol ist der Herbst touristische Hochzeit, wenn Wein und Obst geerntet werden (oder sind), die Sennen von den Bergen kommen und man sich in den Buschenschenken am Talrand trifft. Meran und Bozen sowie die altehrwürdigen Ortschaften im Etschtal sind Kult – vor allem bei älteren Reisenden, mehr und mehr aber auch bei jüngeren Genießern.
Was auch geht: Städtereisen. Prag statt im Frühling mal im Herbst, Paris (inklusive dem bei Familien obligatorischen Besuch bei Mickey Mouse & Co.), London oder – wenn’s ein bisschen wärmer sein soll – Rom lassen sich abseits der Saison intensiver erleben und ohne Touristentrubel in aller Ruhe besichtigen. Freilich gilt dies auch für ferne Städte und Gefilde, aber klassischerweise ist der Herbst die Zeit der Kurzurlaube und Städtetrips, verbunden vielleicht mit einem Verwöhnprogramm. In den Flieger steigen und zehn Stunden über den großen Teich absitzen kann man dann wieder im nächsten Sommer – wenn der Chef vier Wochen Urlaub genehmigt und sich derartige ´Strapazen wirklich lohnen…
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